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Seite 2 von 5 Am Freitag den 26.Februar 1999 war Mitgliederversammlung, auf der dann förmlich beschlossen wurde, die zwei Ultraleicht zu bauen. Sogar unser knausriger Schatzmeister stimmte mit fröhlicher Miene dafür. Am darauffolgenden Samstag ging es dann gleich zur Sache: Die Werkstatt wurde mit vielen zusätzlichen Steckdosen und Lampen "ertüchtigt" die Wände mit Materialregalen versehen und neben der im Mittelpunkt stehenden eigentlichen Bauhelling (übrig von meiner "Cygnet") wurde noch ein fester Arbeitstisch zum Schäften usw. gebaut. Außerdem bauten wir zur Anfertigung der Kleinteile wie Rippennasen etc. einen beweglichen kleinen Arbeitstisch, der eine von unten montierte Stichsäge, eine ebenfalls von unten montierte Oberfräse und einen aus einem Waschmaschinenmotor gebastelten Tellerschleifer aufnimmt. Während die Aufrüstung der Werkstatt noch lief, bestellten wir das Material und fingen sofort mit dem Bau an, damit der Eifer unserer Mannschaft gar keine Zeit hatte zu erkalten. Parallel wurde die OUV mit unserem doch etwas ungewöhnlichem Vorhaben kontaktiert: Da war gerade die Möglichkeit am Entstehen UL's als Einzelstück zu bauen und zuzulassen. Herr Friedel fand: "No problem ,das sind eben zwei Einzelstücke" und war dankenswerterweise gleich bereit den Bau bzw. die Bauten zu betreuen, sich mit den (äußerst unübersichtlichen) Plänen zu beschäftigen und ein erstes Gutachten zu schreiben. Inzwischen bauten wir wie die Weltmeister 4 Kastenholme und natürlich daneben bei jeden Bauabend in unserer Rippenschablone eine Flügelrippe, denn wir brauchten ja insgesamt 40 Rippen und genauso wurde in der entsprechenden Schablone für Querruder, Höhenruder oder Landeklappen immer eine Rippe mitgebaut. Als Kleber haben wir übrigens aus mehreren Gründen nicht auf den bewährten Aerodux zurückgegriffen: Erstens schien mir mit der -zunächst- unerfahrenen Bautruppe die erforderliche Präzision, sprich Fugenpassung nicht ausreichend gewährleistet, zweitens würden wir Probleme haben den erforderlichen Pressdruck zu erzielen und -last but not least- konnte nicht mit letzter Sicherheit garantiert werden, daß die Elektroheizung in der Werkstatt nicht -von uns unbemerkt- irgendwann vorzeitig ausschalten würde und durch den daraus resultierenden Temperaturabfall die frischen Klebestellen nie ihre volle Festigkeit erreichen würden. Aus all diesen Gründen entschieden wir uns für Araldit, Was uns außerdem dadurch entgegenkam daß die Finger nach gelegentlichem, trotz Einmalhandschuhen fast unvermeidlichem, Kontakt mit dem frischen Kleber nicht "weggeworfen" werden müssen, sondern nach Behandlung mit Verdünnung durchaus "wiederverwendbar und wie neu" sind, während sie bei Kontakt mit Aerodux den Träger für die nächste Zeit untrüglich als Flugzeugbauer ausweisen. Obwohl das eigentlich nichts ehrenrühriges an sich hat, wird es doch gelegentlich, besonders von Damen nicht entsprechend gewürdigt sondern unverständlicherweise sogar als störend empfunden. Versteh' einer die Frauen! Die Rippenschablonen waren durch diesen Kleber natürlich in Gefahr, mit der jeweils jüngsten Rippe eine dauerhafte Verbindung einzugehen. Bei all unserem Verständnis für gewachsene Partnerschaften konnte das nicht in unserem Sinne sein. So erzeugten wir die Fixpunkte unserer Schablonen nicht, wie in alten schlauen Büchern beschrieben aus Holzklötzchen, sondern aus längsgebohrten Hartholzübeln aus dem Baumarkt denen wir ein Verhüterli in Form eines Stückchens PVC-Schlauch überschoben. Die Rippen wurden in natürlicher Größe auf einen Spanplattenrest gezeichnet, mit Folie bespannt und durch die Folie hindurch wurden die Dübel auf die Platte geschraubt. Auf diese Art gab es auch für den willigsten Epoxykleber kein Halten und alle Rippen ließen sich zu Beginn des nächsten Bauabendes einwandfrei aus der Schablone entformen. Rippen die nur einmal je Flugzeug benötigt wurden, haben wir in einfacheren Schablonen aus Nägeln mit abgezwickten Köpfen hergestellt. Schon bald hielten wir die ersten fertigen Bauteile in Händen: Die Höhenflossen. Das hob nicht nur die Moral der Truppe, sondern überzeugte auch die letzten Zweifler unter unserer Baugruppe und unter unseren regelmäßigen Besuchern die sich nicht vorstellen konnten, daß aus dem "labbrigen, dünnen(1,6mmSperrholz) Zeugs" ein ausreichend stabiles Bauteil entstehen würde. Inzwischen hatten wir auch eine Internetseite eingerichtet auf der der Fortschritt unserer Arbeiten in Wort und Bild bis heute zu verfolgen ist: (Bautagebuch).
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