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Seite 3 von 5 Wie so allmählich Bauteil um Bauteil entstand und immer mehr Platz einnahm, wurde uns langsam immer deutlicher bewußt, das wir für die fertigen Flugzeuge dringend einen Hallenplatz benötigen würden, und daß in der vorhandenen Halle beim besten Willen allerhöchstens noch ein Flugzeug unterzubringen wäre. Nachdem sich unserem Verein auch noch einige Drachenflieger anschlossen, die ihr Gerät natürlich auch gern in eine Halle gestellt hätten statt jedesmal abzurüsten, drängte sich die Tatsache mehr und mehr auf: "Wir brauchen eine neue Halle" Diesmal grinste der Schatzmeister nicht, sondern wiegte sorgenvoll das lockige Haupt. Trotzdem: bis Ende Dezember 1999 stand die Halle und natürlich ruhte der Flugzeugbau solange, denn jede Hand wurde am Bau gebraucht.. Aber was ein richtiger Flugzeugbaubesessener ist, der läßt nicht so leicht locker: Der Samstag 8.1.2000 sah uns mit dem Rumpfbau beginnen. Nach der langen Pause wollte ich unserer Truppe ein schnelles Erfolgserlebnis bescheren und obwohl es eigentlich logisch gewesen wäre, die fertigen Flächenrippen mit den Holmen zu verleimen begannen wir die Rumpfseitenwände und parallel die Spanten zu bauen, weil die Rippen erst noch versäubert und konserviert werden mußten. Diese Reihenfolge hat sich als nützlich erwiesen denn mit Feuereifer ging die Mannschaft wieder ans Werk, als sich die großen Teile abzeichneten. Wir legten Ober- und Untergurt nach Zeichnung auf unserer Helling aus und fixierten wieder mit abgezwickten Nägeln. Stück für Stück wurden die Abstandsstäbe und die Diagonalen eingepaßt und mit Nägeln rechts und links fixiert. Dann wurde die Beplankung aufgeleimt, mit kleinen Messingstiften gegen Verrutschen gesichert und mit Spanplattenresten und Ziegelsteinen beschwert. Am nächsten Abend das Gleiche nochmal für das zweite Flugzeug, aber jetzt ohne langes Messen und Anzeichnen denn die Fixiernägel sind ja noch da. Danach haben wir die eine rechte Seitenwand umgedreht um als Vorlage für die Linke Seite zu dienen.Die Stäbe für die linke Seite wurden mittig an mindestens zwei Stellen durchbohrt und mit einem genau ins Bohrloch passenden Nagel deckungsgleich auf die Stäbe der rechten Rumpfhälfte genagelt so daß der Nagel mit der Oberfläche bündig abschließt weil ja noch die Beplankung mit aufgeleimt werden sollte. Auf diese Weise erhielten wir genau spiegelbildliche rechte und linke Seitenwände und parallel fertigte ein anderes Team mit ähnlichen Methoden die Rumpfspanten. Mit Winkel, Maßstab und Senklot wurden später die Rumpfseiten auf der Helling ausgerichtet und mit den Spanten verleimt Was für ein stolzer Anblick für die "Bauer"! Als problematisch erwies sich dann allerdings das Rumpfvorderteil, das zum Brandspant hin stark gebogen ist: Beim Zusammenziehen bekamen wir Angst, daß uns die Gurte brechen könnten. Also was ist zu tun? wässern natürlich, aber das ist nicht so einfach bei den fertig beplankten und aufragenden Teilen. Also nasses Zeitungspapier in dicken Lagen angezwackert und regelmäßig alle paar Stunden wieder in Wasser getaucht und neu befestigt. Das war nicht gerade HI-tec und auch nicht sehr ästhetisch, denn das Papier löste sich langsam auf und bildete mit dem mühsam herbeigeschaften (Februar, die Wasserleitung ist abgestellt) und deshalb nicht ausgetauschtem Wasser eine eklige Brühe. Aber der Zweck wurde erreicht: Langsam und vorsichtig konnten wir die Seitenwände mit dem Brandspant vereinigen. Innerhalb von 14 Tagen hatten wir zwei "Rümpfe", was uns sehr motivierte und anschließend klaglos die vielen noch nötigen Kleinarbeiten verrichten lies. Im Laufe des Frühjahrs wurden dann die Fahrwerksspanten und das Fahrwerk selbst eingebaut. Zu Beginn der Flugsaison dann eine böse Überraschung: Samstagnachmittag und der Windenmotor ist hinüber! Bis zum nächsten Sonntag ist ein Ersatzmotor (Chevy V8) gefunden und eingebaut. Da schlägt das Schicksal erneut zu: Die Wasserpumpe des Winden-LKW ist hinüber (Hanomag Bj. 55!)Nur nichts anmerken lassen. Ersatzteile werden angefertigt und am darauffolgenden Sonntagmittag läuft der Fahrmotor auch wieder. Aber jetzt ist die Luft erst mal raus und die Jungs wollen weder Schraubenschlüssel noch Leimpinsel sehen sondern nur noch fliegen. Wer könnte ihnen das verdenken? Trotzdem geht der Bau unserer UL's auf kleiner Flamme weiter. Die Hilfsspanten, die Fahrwerke, die Tanks werden in die Rümpfe eingebaut und im Spätsommer packt uns irgendwann der Übermut und die noch unbeplankten aber inzwischen auch aufgebautenTragflächen werden an den Rümpfen befestigt. die Tragflächenstreben provisorisch durch Dachlatten ersetzt: "Rollout" mit zwei Flugzeugen in der einbrechenden Nacht. Schnell ein paar Fotos und dann ist nur noch Feiern angesagt. Wir sind schon ganz schön weit, das ist klar, aber wie weit? Die Jungs versuchen mich auf Prozentzahlen festzunageln aber ich bin vorsichtig und lasse außer dem halb scherzhaften halb ernsten Spruch "90% done- 90% to go" keine Festlegungen heraus. Spät in der lauen Nacht räumen wir unsere beiden "Flieger" wieder ein.
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